Er war der „König von Mallorca”. Jahrzehntelang füllte Jürgen Drews Hallen und Strandbars, verkaufte Millionen von Alben, war auf jedem Schlagerfest präsent. Und jetzt, mit 81 Jahren, bekommt er laut seiner Tochter Joelina eine gesetzliche Rente von vielleicht 200 bis 300 Euro im Monat.
„Davon kann man heutzutage in Deutschland nicht mehr leben”, sagte Joelina Drews in einem Podcast – und traf damit einen Nerv, der weit über die Schlagerwelt hinausgeht.
Was Joelina Drews im Podcast sagte
Der Moment entstand in einer Runde, in der es um das Thema Altersvorsorge für Selbstständige und Künstler ging. Mit dabei: Lucas Cordalis und Achim Petry. „Unsere Karriere kann morgen zu Ende sein”, gab Cordalis zu bedenken. Achim Petry kannte die Sorge: Gerade für Musiker sei die Rente „ein heikles Thema”.
Joelina Drews zog daraus eine klare Schlussfolgerung: Man müsse „selber vorsorgen”. Als Selbstständige gebe es dafür „diverse Möglichkeiten”. Von der gesetzlichen Rente allein könne man „mit Sicherheit im Alter nicht gut leben.”
Dann wurde sie konkret – und persönlich. Ihr Vater Jürgen Drews habe zu spät in die Rentenkasse eingezahlt. Die genaue Summe seiner gesetzlichen Rente kenne sie selbst nicht. Ihre Schätzung: „Lass es 200 bis 300 Euro sein.”
Finanzielle Sorgen plagen Jürgen Drews dennoch nicht, betonte sie – er habe anderweitig vorgesorgt. Aber der Satz bleibt hängen: 200 bis 300 Euro. Für einen der bekanntesten Schlagerstars Deutschlands.
Wie das passieren konnte: Das System und die Künstler
Was Joelina Drews beschreibt, ist kein Einzelfall – es ist ein strukturelles Problem. Selbstständige Künstler und Musiker in Deutschland zahlen oft jahrelang nicht oder nur unregelmäßig in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Die Karriere ist das Kapital, nicht der Rentenbescheid.
Für Jürgen Drews kam die regelmäßige Einzahlung schlicht zu spät. Die Schlagerkarriere begann in den 1970er Jahren – in einer Zeit, in der Altersvorsorge für Künstler kein selbstverständliches Thema war.
Das Ergebnis: Wer Jahrzehnte lang auf Bühnen stand und Menschen bewegt hat, erhält am Ende möglicherweise weniger als den Mindestbetrag, von dem ein normaler Arbeitnehmer in Rente geht.
Wer ist Jürgen Drews?
Jürgen Drews, geboren am 2. April 1945, ist einer der bekanntesten deutschen Schlagersänger. Sein größter Hit: „Ein Bett im Kornfeld” aus dem Jahr 1976 – ein Song, der bis heute auf Partys gespielt wird und zum Kultgut der deutschen Popgeschichte gehört. Mit „König von Mallorca” bekam er einen Spitznamen, der ihn für immer begleiten sollte: Die Insel wurde seine zweite Heimat, sein Markenzeichen.
Drews ist seit 1995 mit Ramona verheiratet. Gemeinsam haben sie Tochter Joelina, geboren 1999. Seit einigen Jahren kämpft Jürgen Drews mit gesundheitlichen Problemen. Im Jahr 2021 wurde bei ihm Polyneuropathie diagnostiziert – eine Erkrankung des peripheren Nervensystems, die seine Beweglichkeit einschränkt. Dennoch blieb er seiner Musik treu, solange es möglich war.
Wer ist Joelina Drews?
Joelina Drews, 26 Jahre alt, ist selbst Sängerin und hat sich in den letzten Jahren als eigenständige Künstlerin etabliert. Auf Instagram folgen ihr über 200.000 Menschen. Ihr offener Umgang mit persönlichen Themen – darunter auch die Gesundheit ihres Vaters – hat ihr eine treue Fangemeinde eingebracht.
Dass sie nun auch das Thema Rente so direkt anspricht, ist charakteristisch für ihren Stil: ehrlich, direkt, ohne Scheu vor unbequemen Wahrheiten. Die Botschaft ist dabei nicht Mitleid für ihren Vater – sondern eine Warnung an alle, die in ähnlichen Branchen tätig sind.
Ähnlich wie Mirjana Leitl, die nach Jahren im Hintergrund ihr Comeback feiert und zeigt, dass das Schlägerleben auch abseits der Bühne weitergeht, steht auch Joelinas Aussage für eine Realität, über die in der glitzernden Schlagerwelt selten gesprochen wird.
Was der Fall Drews über Deutschland sagt
„200 bis 300 Euro” – dieser Satz hat eine Debatte ausgelöst, die über Jürgen Drews weit hinausgeht.
In Deutschland gibt es rund 4,3 Millionen Selbstständige, die nicht oder nur teilweise in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Freie Künstler, Musiker, Fotografen, Texter – viele von ihnen stehen im Alter vor ähnlichen Problemen. Die Künstlersozialkasse hilft einem Teil von ihnen. Aber viele fallen durch alle Netze.
Der Fall Jürgen Drews ist nicht dramatisch, weil er arm ist – Joelina betonte, er habe anderweitig vorgesorgt. Er ist dramatisch, weil er zeigt, wie schnell eine lebenslange Karriere spurlos an einem Rentenbescheid vorbeigehen kann.
FAQ: Joelina Drews und die Rente ihres Vaters
Was hat Joelina Drews über die Rente ihres Vaters gesagt? In einem Podcast schätzte sie die gesetzliche Rente ihres Vaters Jürgen Drews auf rund 200 bis 300 Euro monatlich – weil er zu spät in die Rentenkasse eingezahlt habe. Sie betonte: „Davon kann man heutzutage in Deutschland nicht mehr leben.”
Leidet Jürgen Drews unter finanziellen Problemen? Nein. Joelina Drews betonte ausdrücklich, dass finanzielle Sorgen ihren Vater nicht plagen – er habe anderweitig vorgesorgt. Die niedrige gesetzliche Rente sei aber trotzdem ein Beispiel dafür, warum Selbstständige privat vorsorgen müssten.
Warum ist Jürgen Drews’ gesetzliche Rente so niedrig? Weil er zu spät in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Als Schlagersänger war er jahrzehntelang selbstständig tätig – in einer Zeit, in der das Thema Altersvorsorge für Künstler kaum thematisiert wurde.
Wie alt ist Jürgen Drews heute? Jürgen Drews wurde am 2. April 1945 geboren und ist 81 Jahre alt.
Wer ist Joelina Drews? Joelina Drews, geboren 1999, ist die Tochter von Jürgen Drews und seiner Ehefrau Ramona. Sie ist selbst Sängerin und Social-Media-Persönlichkeit mit über 200.000 Instagram-Followern.
Was ist Jürgen Drews’ bekanntester Hit? „Ein Bett im Kornfeld” aus dem Jahr 1976 ist sein bekanntester Song. Der Titel gehört zu den meistgespielten deutschen Schlagerliedern aller Zeiten.
Fazit
„Lass es 200 bis 300 Euro sein” – dieser Satz von Joelina Drews über ihren Vater Jürgen Drews ist mehr als ein Promi-Moment. Er ist ein Spiegel, der eine unbequeme Realität zeigt: Ruhm sichert keine Rente.
Der König von Mallorca hat jahrzehntelang Menschen glücklich gemacht. Dass sein Rentenbescheid das nicht widerspiegelt, liegt nicht an seiner Leistung – sondern an einem System, das Selbstständige lange allein gelassen hat.
Joelina Drews hat das gesagt, was viele denken. Und damit eine Debatte angestoßen, die längst überfällig war.
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